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Mit voller Energie in die Zukunft

Die Stadtwerke Garbsen übernehmen Verantwortung beim Klimaschutz und wollen in fünf Jahren weitgehend CO2-frei wirtschaften. Außerdem wird mit Hochdruck an der Wärmeversorgung von morgen gearbeitet. Klar ist: Es wird verschiedene Lösungen geben.

Der Krieg in der Ukraine zeigt es deutlich auf: Deutschland muss unabhängig werden von Gas- und Öllieferungen aus Russland. Mittelfristiges Ziel sollte eine möglichst weitgehend eigenständige und klimaneutrale Energieversorgung sein.

Dabei spielen vor allem erneuerbare Energien eine große Rolle – insbesondere aus Sonnenund Windkraft. Aber auch differenzierte Nahwärmenetze und Wasserstoff besitzen großes Potenzial.

Energieunternehmen fällt die Aufgabe zu, die Energieversorgung der Zukunft voranzubringen. „Wir sehen uns als Treiber neuer Technologien“, sagt deshalb Daniel Wolter, Geschäftsführer der Stadtwerke Garbsen (SWG). Er unterscheidet zwei Handlungsfelder: die gesicherte und nachhaltige Wärmeversorgung der Menschen vor Ort sowie die Verbesserung des CO2-Fußabdrucks des eigenen Unternehmens. Was das zweite Anliegen anbelangt, hat Wolter klare Ziele vor Augen: „Wir wollen bereits in fünf Jahren weitgehend CO2-netural wirtschaften.“

Erreicht werden soll dies durch mehrere Veränderungen: So wird der eigene Fuhrpark nach und nach auf E-Autos umgestellt. Spezialfahrzeuge könnten künftig mit Wasserstoff betrieben werden. Die energetische Bilanz der Betriebsgebäude soll verbessert
werden. Dienstreisen innerhalb Deutschlands werden mit dem Zug zurückgelegt.

Eine große Herausforderung stellt die Wärmeversorgung der Zukunft dar. Für Neubauten und neue Quartiere gibt es schon diverse und gute Technologien. Bereits jetzt wird mit Wärme aus dem Erdreich geheizt. Geothermie ist vor allem in Neubaugebieten, die an große Freiflächen grenzen, realisierbar. Mit solarthermischen Anlagen kann umweltfreundlich Wasser erwärmt werden. Solche Ansätze braucht es in gleichem Maße für Bestandsgebäude. „Die eine Lösung wird es nicht geben“, ist Wolter überzeugt.

Auch Nah- und Fernwärmenetze können ausgebaut werden. Vorstellbar sei zudem, dass mit grünem Strom Wasserstoff erzeugt werde, erläutert Wolter. Damit könnten dann zum Beispiel Blockheizkraftwerke klimafreundlich betrieben werden. Solche Techniken seien zwar noch in der Entwicklung. „Aber ohne anspruchsvolle Ziele wird es nicht gehen“, so der Geschäftsführer. Die Stadtwerke Garbsen entwickeln individuell passende Lösungen für verschiedene Quartiere. Allein können sie das alles aber nicht stemmen. Sie wollen deshalb künftig mit verschiedenen Partnerinnen und Partnern zusammenarbeiten und haben sich bereits jetzt mit vielen Unternehmen, Verbänden und der städtischen Verwaltung vernetzt. Außerdem müssten die politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden, betont Wolter. Öffentliche Fördermittel könnten wichtige Anreize schaffen. „Die Wärmewende gelingt nur mit Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger. Sie müssen darin bestärkt werden, in Technologien der Zukunft zu investieren“, so Wolter.

Geld sparen und die Umwelt schützen

Die Energiepreise steigen und belasten viele Haushalte. Jeder Einzelne kann die eigenen Ausgaben senken – und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Mehr als zwei Euro für einen Liter Diesel: Für viele Menschen war das ein kleiner Schock an der Tankstelle. In den vergangenen Monaten verteuerten sich die Weltmarktpreise für fossile Energien massiv. Auch die Stadtwerke Garbsen (SWG) mussten den Gaspreis zu Beginn des Jahres leicht anheben. Grund dafür war weniger das weltpolitische Geschehen als vielmehr die vom Deutschen Bundestag beschlossene CO2-Abgabe. Die Preise sollen nun bis zum nächsten Winter stabil bleiben – unabhängig von aktuellen Krisenlagen –, betonen die Stadtwerke Garbsen.

Um die Haushaltskassen dennoch zu entlasten, rät Detlef Grunwald, Leiter Energiewirtschaft und Vertrieb bei den Stadtwerken Garbsen, den eigenen Verbrauch zu senken: „Am günstigsten und nachhaltigsten ist jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird.“ Schon kleine Verhaltensänderungen bewirken in der Summe viel: Wird die Heiztemperatur um ein Grad gesenkt, verringern sich die Energiekosten um sechs Prozent. Fenster sollten nicht dauerhaft auf Kipp stehen. Besser ist es, kurz querzulüften und dabei die Heizung auszuschalten. Elektrogeräte wie Computer oder Fernseher sollten vom Netz genommen werden, wenn sie nicht in Betrieb sind.

Hauseigentümerinnen und -eigentümer können auch über Investitionen nachdenken: Mit der eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach machen sie sich unabhängiger von Energielieferungen. Der grüne Strom kann unter anderem zum Aufladen eines E-Autos genutzt werden. „Gern beraten wir zum Thema Wallbox. Zum Thema Photovoltaik bieten wir Ihnen ein Planungstool auf unserer Website“, sagt Grunwald.

Die Stadtwerke Garbsen geben zudem Auskunft, ob ein Anschluss an das Fernwärmenetz möglich ist. Die Wärme aus Blockheizkraftwerken ist vergleichsweise umweltfreundlich und günstig. Auch Strom aus regenerativen Quellen koste weniger, als viele annähmen, erklärt Grunwald: „Unser grünStrom ist eines der preiswertesten Angebote für Ökostrom in Deutschland. Der günstige Grundpreis macht den Tarif vor allem für diejenigen interessant, die wenig Strom verbrauchen.“

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Jeder kann mitmachen und zum Beispiel einfach die Raumtemperatur senken: Schon ein Grad Celsius weniger spart sechs Prozent Energie.

Daten sind die Basis für gute Entscheidungen

Welche Rolle spielt die Digitalisierung bei der Energiewende und dem Klimaschutz? Wo wurden bereits smarte Lösungen gefunden? Ein Gespräch mit Rocco Wille, Bereichsleiter Netz- und Infrastrukturmanagement der LeineNetz, einer Tochter der Stadtwerke Garbsen, sowie Leiter IoT-Strategie der SWG.

Herr Wille, inwieweit gehören Smart City und Klimaschutz zusammen?
Wir können passende, nachhaltige und wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen nur auf der Basis von ausreichenden Informationen treffen. Dafür benötigen wir viele Daten. Die Digitalisierung hilft uns unter anderem dabei, Energien effizienter einzusetzen, den Verkehr flüssiger zu gestalten und die Luftqualität zu verbessern.

Wie funktioniert das?
Sensoren erfassen Situationen und veranlassen bestimmte Reaktionen. So können nachts etwa Straßenlaternen stärker leuchten, wenn Fußgänger oder Autos vorbeikommen. Ein anderes Beispiel: Freie Parkplätze werden in einer App angezeigt. Dann entfallen Suchverkehre. Der nächste Schritt ist, Datenmodelle aufzubauen, die Prognosen ermöglichen. Der Mülleimer meldet nicht, dass er voll ist. Der Mülleimer meldet, dass er übermorgen voll sein wird. Diese Information schafft noch mehr Spielraum für Entscheidungen.

Die Stadtwerke Garbsen haben bereits einige Modellprojekte gestartet.
Wir haben zwei Schulen und eine Kita mit Sensoren ausgestattet, die den CO2-Gehalt in der Luft messen. So kann gezielt gelüftet und die Gefahr einer Corona-Infektion gesenkt werden. Zudem haben wir eine Sportstätte mit Sensoren bestückt. Jetzt wird dort nur noch nach Bedarf gewässert.

Welche Anwendungen sind weiter denkbar?
Wir wollen Leckagen in Gasund Wassernetzen mittels Sensoren aufspüren. Außerdem schwebt uns vor, digitale Zwillinge von Wohnquartieren in Garbsen zu entwickeln, um dort eine individuell angepasste Energieversorgung vorzuhalten.

Energie ist Herzenssache.